Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518588598 Kartoniert, 70 Seiten, 8,00
EUR
Klappentext
Zu den erstaunlichen Phänomen der hochmodernen Kultur gehört, dass sehr viele Menschen Horoskope konsumieren. Ob in Illustrierten, im Fernsehen oder neuerdings als Tiktok-Videos und Instagramm-Reels: Astro boomt. Aber warum? Die bis heute interessanteste Antwort auf diese Frage hat Theodor W. Adorno gegeben. Sie lautet: Die banalen, aber stets im hohen Ton der Vernunft daherkommenden Auskünfte - "Flexibilität hilft", "In Beziehungen bringt Geduld mehr als Druck" usw. - bieten dem Einzelnen Entlastung durch aktive Anpassung an die Verhältnisse. Anders gesagt: Horoskope lehren Konformität. Dieses Buch ist Teil der Reihe Essenzen. Essenzielle Texte zu den brennenden Fragen, den schönen Seiten und den großen Themen: Mit dieser Reihe versammeln wir kurze, prägnante Texte großer Denker:innen im kleinen Format - als besonders gestaltete und handliche Essenzen, die zentrale Ideen zugänglich machen und zur erneuten Lektüre einladen. Die Reihe eröffnet kompakte Zugänge zu einflussreichen Positionen der Geistes- und Sozialwissenschaften und stellt ihre Aktualität im heutigen Diskurs heraus.
Suhrkamp bringt eine neue Reihe heraus, in der bekannte Texte großer Theoretiker in Pop-Aufmachung für die Tiktok-Generation präsentiert werden. Adornos Essay "Aberglaube aus zweiter Hand" aus dem Jahr 1959, eine soziologische Studie über Zeitungshoroskope, liest sich für Rezensentin Ann-Kristin Tlusty erstaunlich aktuell - denn Astrologie scheint auf Tiktok, Youtube und in Apps wieder ziemlich en vogue zu sein. In der "ihm eigenen schlechten Laune" analysiert Adorno Horoskope aus der Los Angeles Times der Jahre 1952 und 53 und kommt zu dem erwartbaren Ergebnis marxistischer Soziologie: "Gelähmt wird der Wille, etwas an der objektiven Fatalität zu ändern." Die Rezensentin ist zufrieden damit.
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