Aus dem Englischen von Regina Schneider. Europa steht am Scheideweg. Der Flüchtlingsstrom und der islamistische Terrorismus stürzen den Kontinent in die wohl größte Krise der Nachkriegszeit. Die eigentliche Bedrohung unserer westlichen Gesellschaftsform besteht daher in der Dynamik des globalen Kapitalismus. Das bedeutet: Wir müssen unsere westlichen Werte unbedingt verteidigen und uns zu diesem Zweck von realitätsfremdem Empathiedenken befreien und fremden Kulturen reell gegenübertreten, um mit ihnen koexistieren zu können. Vor allem aber müssen wir die ökonomischen Gründe der Flüchtlingsströme und des Terrors ausmerzen - und sei es mit Hilfe einer neuen kommunistischen Utopie. Wir haben ein Recht, für unseren westlichen Lebensstil und unsere europäischen Werte zu kämpfen; aber wir haben kein Recht, die Welt in Teilhaber und Ausgeschlossene aufzuteilen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2016
Rezensent Markus Günther bekommt keine Antworten von Slavoj Zizek, das stört ihn. Allzu zahnlos findet er den Philosophen auch in seinem neuen Buch, allzu mittig, wolkig, sodass das schreiende Cover eigentlich fehlleitet. Nein, eine politische Streitschrift ist das nicht, meint Günther. Dennoch: Zizeks Analyse der Flüchtlingskrise, des Terrors und des IS und seine Hintergrundbeleuchtung der Globalisierung als verschärfter Kapitalismus hat für den Rezensenten auch etwas für sich. Aktuell ist sie, wenngleich in ihrer klassenkämpferischen Aufforderung zu mehr Solidarität mit den Ausgebeuteten auch vage und allzu allgemein, meint Günther. Handfesteres findet er bei Sahra Wagenknecht und Bernie Sanders.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.12.2015
Arno Widmann nimmt sich Zeit, um Slavoj Zizek einmal genau zu lesen. Dass er bloß ein vergleichsweise kleines Buch des philosophischen Tausendsassas hernimmt, sei ihm verziehen. Siehe da, Widmann hat allerhand einzuwenden, wo sonst der MG-Redefluss des Autors jeden Einwand unmöglich macht, weil Zizek längst weiter und ganz woanders ist. Bei dem kleinen Pamphlet, schließlich voll mit Widmanns Anmerkungen und Fragezeichen, stellt sich für den Rezensenten heraus: Es ist viel Humbug dabei, aber der Autor macht die Widersprüche einfach nicht deutlich, sondern schreitet entschlossen, rauschhaft fort. Geschwindigkeit statt Qualität, stellt Widmann fest. Und doch staunt er immer wieder über Zizeks begeisterte Hellsichtigkeit, seinen Mut, auch das Schrecklichste (hier: über Europa) zu sagen. Es wird nicht sein letztes Wort sein, vermutet Widmann.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Dörte Hansen: Broder Broder Bahnsen wollte nie etwas anderes als Bauer werden, Nachfolger seines Vaters, der ihm den "Kuhverstand" vererbt hat, das Gespür für Tiere. Aber den Hof bekommt sein…