Unsere Gegenwart ist geprägt von Zäsuren: Neue Spaltungen entstehen, die Demokratie wird von Krisen erschüttert, geopolitische Umbrüche fordern uns heraus wie lange nicht. Inmitten dieser tiefgreifenden Veränderungen analysieren Ricarda Lang und Steffen Mau die großen Themen unserer Zeit - von sozialer Ungleichheit über politische Polarisierung bis hin zur Krise der Staatlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2026
Ein starkes, ungewöhnliches Politikerbuch liest Rezensent Lukas Fuhr, denn die Grünen-Politikerin Ricarda Lang schreibt hier nicht über eigene vergangene und kommende Verdienste, sondern, im Dialog mit dem Soziologen Steffen Mau, über Grundsätzliches, zum Beispiel über Verteilungsprobleme und deren Verhältnis zur Demokratie. Beide argumentieren aus einer linken, also auf soziale Gerechtigkeit fokussierenden, Perspektive. Die Dialogform ist unter anderem deshalb gewählt, weil der ostdeutsch sozialisierte Mau der westdeutschen Lang andere Perspektiven anbieten kann, auch sonst fordert er sie immer wieder mit klugen Einwänden heraus. Man kann aus diesem Buch im Übrigen, meint Fuhr, auch dann etwas lernen, wenn man die linken Grundüberzeugungen der Gesprächspartner nicht teilt. Jedenfalls sollten sich andere Politiker ein Beispiel an Lang nehmen und sich ähnlich interessante Gesprächspartner außerhalb des Politbetriebs suchen, so das positive Fazit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.10.2025
Rezensentin Julia Encke liest den Schlagabtausch, den sich Ricarda Lang und Steffen Mau hier liefern, ausnehmend gerne. Das Buch profitiert laut Encke davon, dass die beiden Gesprächspartner politisch gar nicht so weit auseinander liegen, sowohl die Grünen-Politikerin Lang als auch der Soziologe Mau positionieren sich im linken Spektrum. Dennoch gibt es Unterschiede, zum Beispiel in der Herkunft, Lang ist Westlerin, Mau Ostler, und in der Tat spielen persönlich-biografische Bezüge in ihrer Diskussion eine Rolle, etwa wenn Mau erklärt, warum im Osten sozialisierte Menschen unter Umständen Gendern als Gängelung empfinden. Keineswegs nur die erwartbaren Differenzen werden hier reproduziert, freut sich die Rezensentin, tatsächlich argumentieren beide differenziert und beschäftigen sich auch kritisch mit den Mechanismen des Kulturkampfs. Ein Buch, das zeigt, wie gute Streitgespräche funktionieren, frohlockt Encke.
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