Regina Schlüter-Ahrens

Der Volkswirt Jens Jessen

Leben und Werk
Cover: Der Volkswirt Jens Jessen
Metropolis Verlag, Marburg 2001
ISBN 9783895183355
Gebunden, 256 Seiten, 34,80 EUR

Klappentext

Regina Schlüter-Ahrens rekonstruiert so vollständig wie möglich Leben und Wirken des deutschen Nationalökonomen Jens Peter Jessen, eines nationalsozialistischen Hochschullehrers der ersten Stunde und Verfechter einer neuen, "völkischen" Wirtschaftslehre, der zunehmend in Opposition zum NS-Regime geriet und seinen aktiven Widerstand gegen Hitler am Ende mit dem Leben bezahlen musste. Im Schrifttum zum Nationalsozialismus und zum Widerstand im Dritten Reich sowie auch in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur ist Jessen trotz oder vielleicht sogar wegen dieses ungewöhnlichen Lebenslaufs bisher meist übergangen worden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2002

Rezensentin Karen Horn lobt Regina Schlüter-Ahrens Jessen-Biografie als spannend und sauber recherchiert. Mit Fingerspitzengefühl widmet sich Ahrens-Schlüter nach Ansicht Horns der Vita des Ökonomen, der - lange Zeit glühender Verehrer des Nationalsozialismus - sich später den Attentätern des 20. Juni anschloss. Schlüter-Ahrens detaillierte Untersuchung des ambivalenten politischen und wissenschaftlichen Werdegangs Jessens beugt nach Einschätzung der Rezensentin jeder Mythisierung vor, wie sie sich in der Verklärung des deutschen Widerstandes oftmals zeigt. Auch auf wissenschaftlichem Gebiet zeigt sich die Autorin laut Horn sehr kritisch gegenüber den Leistungen Jessens. Eingehend schildere Schlüter-Ahrens den glühenden Ideologen Jessen, den seine Teilnahme am ersten Weltkrieg prägte, und der nach der Machtübernahme 1933 eine "Stätte" für die Wirtschaftslehre des Nationalsozialismus forderte. Den Machthabern war Jessens Wirtschaftsliberale Haltung schon sehr früh ein Dorn im Auge, berichtet die Rezensentin. 1944 soll Jessen als einer der vehementesten Befürworter des Hitlerattentats hervorgetreten sein. Er wurde am 30. November 1944 hingerichtet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.02.2002

Richtig dankbar ist Volker Wörl der Autorin dafür, das wissenschaftlich so aufregende und schließlich so tragisch endende Leben und Werk Jens Jessens in Erinnerung zu rufen. Sämtliche Etappen der wechselhaften Biografie und Facetten der wissenschaftlichen Arbeit, bei der es vor allem um eine neue Volkswirtschaftslehre gegangen sei, schildere Regina Schlüter in ihrer Dissertation. Den Verdienst der Wiederentdeckung eines Wissenschaftlers, "der nicht, wie viele Kollegen, nach 1945 eine erstaunliche Wende zur Demokratie vollzogen hat", sieht Wörl allerdings noch übertroffen: Nebenbei zeichne die Autorin ein aufschlussreiches Bild des nationalökonomischen Wissenschaftsbetriebs in Deutschland zwischen 1933 und 1945.

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