Goldmann Verlag, München 2026
ISBN
9783442302550 Kartoniert, 224 Seiten, 18,00
EUR
Klappentext
Scham empfinden zu können ist überlebenswichtig für unser Miteinander, ein cleverer Mechanismus, der uns anhält, soziale Normen einzuhalten. Während Männer insgesamt wohl eher mehr davon vertragen könnten, übertreiben wir Frauen es mit diesem mächtigen Gefühl bisweilen: Einer toxischen Freundin gleich kontrolliert die Scham unsere Entscheidungen, hält uns seit Mädchentagen klein, redet uns ein, wir seien nicht empathisch/selbstbewusst/schlank/feminin/glatt/natürlich genug. Und mögen wir auch noch so emanzipiert sein: Tausende Jahre Patriarchat lassen sich eben nicht einfach abschütteln. Die Journalistin Miriam Stein kennt Scham schon immer. Sie wurde ihr buchstäblich in die Wiege gelegt - beziehungsweise in jenen Schuhkarton, in dem man sie 1977 als Neugeborenes, eingewickelt in Zeitungspapier, an einer Straßenecke in Daegu (Südkorea) fand. Durfte ihre Mutter sie nicht behalten, schämte sie sich für die Schwangerschaft? Heute hat Miriam Pubertät, Schwangerschaft, berufliche Fehltritte und Beziehungskrisen hinter sich und sogar den Eintritt in die Menopause, die weibliche "Scham-Supernova" schlechthin, erfolgreich bewältigt. Nun endlich beginnt sie, die vielen Schamerzählungen, die ihr eigenes Leben und das vieler Frauen unnötig verdüstern, zu entlarven und sich von ihnen zu lösen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.10.2026
Durchaus lesenswert findet Rezensentin Eva Behrendt das jüngste Buch der Journalistin Miriam Stein, die die Kritikerin mit auf einen Streifzug durch alle möglichen Formen von Scham nimmt. Die Mischung aus persönlicher Erfahrung, Gesellschaftsdiagnose und "Wissensschnipseln" gefällt der Kritikerin durchaus, das Feld ist aber leider zu weit gesteckt, räumt sie ein. Davon abgesehen liest Behrendt interessiert von verschiedenen Schamauslösern bei Frauen, unterschiedlichen Schamkulturen - oder auch der Schamlosigkeit, die sich vor allem in den sozialen Medien breitmacht.
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