Herausgegeben von Annette Vowinckel, Hanno Berger, Christian Pischel, Elena Stingl. Hannah Arendts Totalitarismustheorie ist einer der wichtigsten Beiträge zur politischen Theorie und Historiografie. In diesem Buch, das in drei Teilen die Themen Antisemitismus, Imperialismus und Totalitarismus behandelt, untersucht Arendt die historischen Entwicklungen, die die Errichtung und Funktionsweisen totalitärer politischer Systeme im nationalsozialistischen Deutschland und in der Sowjetunion unter Stalin ermöglichten. Das Buch wurde innerhalb kürzester Zeit zum Standardwerk der noch jungen Totalitarismusforschung. Es erschien 1951 zunächst in englischer Sprache, 1955 folgte eine von Arendt selbst erstellte deutsche Fassung. 1958 ersetzte Arendt in einer englischsprachigen Neuauflage die "Concluding Remarks" durch ein neues Kapitel mit dem Titel "Ideology and Terror" und fügte einen Epilog über die Ungarische Revolution von 1956 hinzu. Band 5 der Kritischen Gesamtausgabe versammelt und kommentiert die Buchfassungen letzter Hand, teilweise ergänzt durch frühere Fassungen, sowie alle Aufsätze, Rezensionen, Vortragstexte, Exposés und Typoskripte aus dem Nachlass, die in engem Zusammenhang mit dem Werk stehen. Diese Ausgabe ermöglicht es endlich, Arendts Hauptwerk in seiner Genese zu verstehen, im Kontext ihrer Schriften aus den 1930er bis 1950er Jahren zu verorten und historisch neu zu bewerten.
Für einen ausführlichen Essay hat der Historiker Stephan Malinowski die kritische Neuausgabe von Hannah Arendts "Elementen und Ursprüngen totaler Herrschaft" neu gelesen, die drei Teilbände mit 3.000 Seiten umfasst - sein Essay erscheint in der heutigen Buchmessenbeilage der FAZ. Das Werk ist ein Steinbruch, legt er dar, aus vielen wuchtigen höchst bedeutsamen Fragmenten. Malinowski ist beeindruckt, wie Arendt, inspiriert von Joseph Conrad, Imperialismus, Kolonialismus und Totalitarismus zusammendenkt - ohne sie nach postkolonialistischer Façon über einen Kamm zu scheren: "Im zweiten Teil des Buches liegt Arendts zeitlos große Leistung darin, neben Verbindungen, Parallelen und Verwandtschaften zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt zugleich auf der radikalen Neuartigkeit totaler Herrschaft bestanden zu haben. Die im NS-Staat erreichte Herrschaftsdichte sowie die 'Logik' der Vernichtungslager lassen sich aus der Fahrt auf dem Congo River, aus der Tradition kolonialer Gewaltpraktiken, nicht ableiten." Die Buchmessenbeilagen werten wir für unsere Bücherpresseschau in den nächsten Tagen aus. Unser Resümee
Für einen ausführlichen Essay hat der Historiker Stephan Malinowski die kritische Neuausgabe von Hannah Arendts "Elementen und Ursprüngen totaler Herrschaft" neu gelesen, die drei Teilbände mit 3.000 Seiten umfasst - sein Essay erscheint in der heutigen Buchmessenbeilage der FAZ. Das Werk ist ein Steinbruch, legt er dar, aus vielen wuchtigen höchst bedeutsamen Fragmenten. Malinowski ist beeindruckt, wie Arendt, inspiriert von Joseph Conrad, Imperialismus, Kolonialismus und Totalitarismus zusammendenkt - ohne sie nach postkolonialistischer Façon über einen Kamm zu scheren: "Im zweiten Teil des Buches liegt Arendts zeitlos große Leistung darin, neben Verbindungen, Parallelen und Verwandtschaften zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt zugleich auf der radikalen Neuartigkeit totaler Herrschaft bestanden zu haben. Die im NS-Staat erreichte Herrschaftsdichte sowie die 'Logik' der Vernichtungslager lassen sich aus der Fahrt auf dem Congo River, aus der Tradition kolonialer Gewaltpraktiken, nicht ableiten." Die Buchmessenbeilagen werten wir für unsere Bücherpresseschau in den nächsten Tagen aus. Unser Resümee
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