Edvarts Virza

Straumēni

Roman
Cover: Straumēni
Guggolz Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783945370254
Gebunden, 333 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Lettischen und mit einem Nachwort von Berthold Forssman. Edvarts Virza (1883-1940) schuf mit dem Prosapoem "Straumēni" eine Hymne auf das bäuerliche lettische Leben. Er beschreibt ein Jahr auf dem zemgalischen Gehöft Straumēni Mitte des 19. Jahrhunderts, verknüpft Kindheitserinnerungen mit Erzählungen seiner Großeltern und folgt dem Takt der Natur. Nicht ein einzelner Bewohner, sondern der Hof selbst wird zur Hauptfigur des Buches. Jedes Mitglied der Hausgemeinschaft hat seine zugewiesene Aufgabe zu verrichten, und die Erfüllung birgt eine eigene Schönheit und verleiht Lebenssinn. Im Einklang mit den Jahreszeiten wird im Frühjahr gepflügt und gesät, im Sommer bewirtschaftet und herangereift, im Herbst geerntet und geschlachtet, schließlich im Winter eingelagert und sich häuslich eingerichtet - und immer auch Feste wie Mittsommer, Erntedank oder Weihnachten gefeiert.
Unausgesprochen ist im harmonischen Idealjahr jedoch auch eine Trauernote enthalten, ein Schmerz darüber, dass dieses Ideal unwiederbringlich verloren ist, ja eigentlich niemals bestanden hat. Die Sprache, in der Virza das voranschreitende Jahr beschreibt, enthält alles, was auf dem Hof vor sich geht. Da summt und raschelt es, knistert, duftet und klingt es in den Wörtern - ein Sprachstrom, der unaufhaltsam voranstrebt wie der Fluss Lielupe, der sich durch die Wiesen um Straumēni schlängelt. Berthold Forssman stimmt in seiner Übersetzung ein in die Melodie der zemgalischen Landschaft und des ländlichen Lebens. Er schöpft aus dem Reichtum der deutschen Sprache, aus Begriffen und Beschreibungen, die schon vergessen scheinen und eine ganze Welt in die Sinne und vor Augen rufen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2020

Dieser erstmals 1933 in Lettland erschienene Roman erzählt von einem Jahr im "Kosmos" des Gehöfts Straumeni, allerdings Mitte des 19. Jahrhunderts, erklärt Rezensent Jörg Plath. Staunend stellt er fest, dass hier alle Facetten des ländlichen Lebens zu Protagonisten werden: Im Zusammenspiel von Wetter, Natur, Tieren, Landwirtschaft, Bediensteten und Gutsherren entsteht ihm zufolge das Bild einer harmonischen Gemeinschaft. Damit hat der Autor wahrscheinlich eine ungewöhnliche Empfehlung aussprechen wollen, worauf sich die Identität des frisch unabhängigen Staates Lettland gründen sollte, sinniert der beeindruckte Rezensent.

Themengebiete


Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Dörte Hansen. Broder - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Dörte Hansen: Broder
Broder Bahnsen wollte nie etwas anderes als Bauer werden, Nachfolger seines Vaters, der ihm den "Kuhverstand" vererbt hat, das Gespür für Tiere. Aber den Hof bekommt sein…