Carl Hanser Verlag, München 2026
ISBN
9783446285781 Gebunden, 448 Seiten, 27,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Stingl. Reagan-Jahre, Immobilienboom, entfesselter Kapitalismus, wilde Musik. In Harlem scheint Ray Carney angekommen zu sein: Möbelhändler des Monats, Familienmensch, respektabler Geschäftsmann - trotz seiner Vergangenheit als Hehler. Doch als seiner Frau der Kredit für ihre Reiseagentur verweigert wird, wagt er einen riskanten Coup: den Einbruch in einen Tresor im Waldorf Astoria, in dem die Goldmedaille von Jesse Owens liegt. Nachdem Carney in ein Netzwerk afrikanischer Raubkunst gerät, stellt sich immer dringlicher die Frage, ob Wiedergutmachung in Amerika ohne Selbstjustiz möglich ist. Colson Whitehead erzählt eine Kriminalgeschichte und entwirft zugleich ein Porträt New Yorks im Umbruch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2026
Rezensentin Sandra Kegel bekommt mit dem letzten Band von Colson Whiteheads Harlem-Trilogie einen Krimi um den Diebstahl von Jesse Owens' Olympia-Goldmedaille und ein historisches Panorama über das New York der Reagan-Ära. An Whiteheads Held, dem schwarzen Möbelverkäufer Carney, und seiner Geschichte kann der Leser den Rassismus der Zeit ablesen, erklärt Kegel. Angelegt als Ober- und Unterwelt bietet das Stadt-Panorama Einblicke in eine vertikale Gesellschaft, meint Kegel. Whiteheads erzählerische Leichtigkeit wird für Kegel in den Monologen des Helden, den Nebenfiguren und Exkursen und der lakonischen Sprache sichtbar. Die Verbindung von "Verspieltheit" und "historischer Schärfe" im Text erscheint ihr lässig und klug.
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