Der Umgang der Schweiz mit Fluchtgeldern ausländischer Potentaten hat sich innerhalb von fünf Jahrzehnten radikal geändert. Mit ihrer Kritik an der Entgegennahme zweifelhafter Vermögen von Diktatoren bissen NGOs hierzulande lange auf Granit. Auch ausländische Forderungen nach Rückerstattung der Gelder liefen ins Leere. Bis in die späten 1970er-Jahre war der Schweizer Standpunkt, dass es nicht Sache der Behörden oder der Banken sei, aus dem Ausland zugeflossene Gelder auf ethische Aspekte hin zu untersuchen. Inzwischen unterstützt die Schweiz die Suche nach Potentatengeldern, indem sie den Herkunftsländern etwa Anwälte zur Verfügung stellt. Besondere Herausforderungen bei der Rückgabe der Gelder gibt es aber immer noch. Das Buch zeigt anhand ausgewählter Fälle, mit welchen Themen sich die Schweiz nach wie vor schwertut.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2020
Rezensent Philip Rosin folgt Balz Bruppachers Ausführungen zum Umgang der Schweiz mit ihrem Bankgeheimnis und Potentatengeldern auf Schweizer Konten mit Spannung. Der Wandel vom Laissez-faire zur gezielten Aktion im Sinne des Gemeinwohls wird für Rosin offenbar. Ebenso das konkrete Verhalten der Regierung und der Banken in Einzelfällen (Haile Selassie oder Ferdinand Marcos). Den Text findet Rosin flüssig, anschaulich und pointiert geschrieben. Etwas störend, da den Lesefluss unterbrechend, findet er den ein oder anderen Exkurs und die Textboxen mit Hintergrundinfos.
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