Folio Verlag, Wien - Bozen 2026
ISBN
9783852569376 Gebunden, 192 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Italienischen von Alma Vallazza. Gedichte über die Stille, das Schreiben und den Schmerz. Die Schönheit und Klarheit des poetischen Worts …... prägen Roberta Dapunts radikale Suche nach Wahrheit. Zwischen persönlicher Trauer und politischer Empörung hinterfragt sie die Macht der Sprache und die Werte unserer Zeit. Etwa wenn sie den vielen Stillen nachspürt und dem Staunen oder dem Heiligen begegnet.Wenn sie gegen den Schmerz angesichts der Kriege, des Umgangs mit Migranten und der Gewalt an Frauen anschreibt, wenn sie über Verlust und Tod nachdenkt. Stets werden "die Worte gegenüber" überprüft und sie offenbaren dabei ihre Machtlosigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2026
Rezensent Hannes Hintermeier bestaunt Roberta Dapunts neuen Gedichtband, der wieder tief aus dem "Brunnen" von Identitätsfragen schöpfe. Es geht darin unruhiger und zweifelnder zu als zuvor noch im Band "Nauz", der einen friedvollen, aber nicht kitschigen Einblick in Dapunts Tätigkeit als Landwirtin auf einem Bauernhof im Südtiroler Dorf Abtei gewährt, wie Hintermeier rekapituliert. Als Zeugnis einer Schreibkrise liest er die neuen Gedichte, die sich mit der mühseligen und einsamen Schreibarbeit (vielleicht gerade im Kontrast zur gut geordneten Hofarbeit) beschäftigen, mit dem Zweifel an der eigenen Karriere, und mit der Schwierigkeit, über die politischen Konflikte der Gegenwart zu schreiben, ohne moderne Worte wie "online" verwenden zu wollen. Für Hintermeier tritt die Dichterin aber dennoch als "hellwache Zeitgenossin" aus den Gedichten hervor; er bewundert die "Widerborstigkeit" im Auftreten und in der Lyrik Dapunts, die ohne Berufung auf einen literarischen Kanon, ohne große lyrische Vorbilder auskommt, dafür aber von Geschichtlichkeit strotzt. Dass Dapunt nunmehr vorwiegend auf Italienisch und nicht mehr auf Ladinisch, ihrer Muttersprache, schreibt, tut der Schönheit ihrer schlichten Sprache keinen Abbruch, vermittelt der Kritiker.
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