Patrick Ryan

Buckeye

Roman
Cover: Buckeye
Park X Ullstein, Berlin 2026
ISBN 9783988160836
Gebunden, 656 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Thomas Überhoff. In Bonhomie, einer Kleinstadt in Ohio, bestimmt wie überall der Zufall das Leben. 1945 sind alle Männer im Krieg - bis auf Cal, der wegen eines um einige Zentimeter verkürzten Beins daheim den Haushaltswarenladen seines Schwiegervaters schmeißt. Als Präsident Truman im Radio die Kapitulation der Deutschen verkündet, ist die schöne Margaret gerade bei ihm im Laden, und die beiden teilen im Freudentaumel einen Kuss. Aus diesem Moment entsteht eine Affäre, die lange abgekühlt ist, als ein kleiner Junge auf die Welt kommt und die Familien von Cal und Margaret für immer miteinander verbindet. Während das Land im Nachkriegsboom floriert, wächst in Bonhomie ein Geheimnis heran. Bis bei der Hundertjahrfeier der Stadt die Wahrheit mit dem Knall der Feuerwerkskörper ans Licht kommt.  

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.08.2026

Rezensent Rainer Moritz sieht Patrick Ryans Roman über zwei Familien zwischen 1945 und den 1980ern in der Provinz von Ohio in der Tradition amerikanischer Kleinstadtliteratur. Die Differenziertheit, mit der der Autor das Ringen seiner Figuren um Sinn darstellt, findet Moritz beeindruckend. Zeitgeschichte kommt im Text zwar eher in Form von name dropping daher, kritisiert Moritz. Die Ängste, Geheimnisse und Leidenschaften der Figuren aber kann der Autor überzeugend veranschaulichen, findet er. Die raffinierte Romankonstruktion mit ihren Zeitsprüngen folgt laut Moritz der amerikanischen Erzähltradition.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2026

Höflich distanziert, dabei eher wohlwollend bespricht Rezensentin Frauke Steffens den Roman von Patrick Ryan, den sie auch in Manhattan getroffen hat. Es handle sich um einen klassischen Familienroman, der über mehrere Generationen von zwei miteinander verschränkten Familien erzählt; vom Ersten Weltkrieg über den Zweiten bis in die achtziger Jahre. Dabei gerate das Historische nicht nur zur Kulisse für persönliche Dramen, entwarnt Steffens, sondern dem Autor gelinge es, das Hineinwirken von historischen Entwicklungen in die Leben von Menschen authentisch darzustellen. Den in der US-amerikanischen Kritik gefallenen Vergleich mit John Irving kann sie zwar nicht ganz unterschreiben, dafür fehlt ihr der Irving'sche Witz. Ryans Roman zeichne sich eher durch die Großzügigkeit gegenüber seinen Figuren aus; besonders lobenswert scheint der Kritikerin die von seinen Kurzgeschichten herrührende Fähigkeit, Figuren prägnant durch kleine Details zu charakterisieren. Kein revolutionärer, aber ein angenehm nostalgiefreier und historisch gut recherchierter Schmöker, vermittelt Steffens, ohne sich dem Hype so richtig anzuschließen.

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