Pascale Hugues erzählt die Geschichte ihrer Großmütter. Eine ungewöhnliche Familiengeschichte, in der ein Stück brisanter deutsch-französischer Geschichte auflebt. Marthe und Mathilde wurden 1902 geboren und lebten beinahe hundert Jahre. Sie starben im Abstand von nur wenigen Wochen. Mathilde entstammte einer deutschen Familie, die in dem Haus der Familie von Marthe wohnte, guter französischer Patrioten. Seite an Seite wanderten sie durch das 20. Jahrhundert. Dreimal mussten sie die Nationalität wechseln, die Übernahme des Elsass und die Vertreibung der Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg wurden für Mathilde zu einem traumatischen Erlebnis. Aber Marthe blieb ihrer Freundin treu. Die Freundschaft der beiden Frauen hielt ein ganzes Leben.Auch von weiteren Frauengestalten der Familie wird eindrucksvoll erzählt, so von Mathildes Schwester Georgette, die in Berlin-Adlershof die erste weltliche Schule Preußens gründete.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.03.2009
Die wechselhafte Geschichte des Elsass im 20. Jahrhundert und die "Einäugigkeit" der Bewohner, mit der sie auf diese Geschichte zurückblicken, hat Pascale Hugues in der Geschichte ihrer Großmütter thematisiert, stellt Jeanne Rubner eingenommen fest. Die beiden 1902 geborenen Frauen, die eine Deutsche, die andere Französin, waren zeitlebens befreundet und erlebten aus der je entgegengesetzten Perspektive Besetzung, Vertreibung und Nationalismus, so die Rezensentin gefesselt. Durch chronologische Sprünge sei es zwar nicht immer einfach, der Entwicklung zu folgen, dafür lese sich das Buch flüssig und "kurzweilig", ohne dass der belehrende Zeigefinger erhoben würde, wie Rubner dankbar bemerkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.10.2008
Ruth Fühner begrüßt das anregende Buch der französischen Deutschlandkorrespondentin Pascale Hugues, die anhand der Lebensläufe ihrer miteinander seit Kindertagen befreundeten Großmütter Marthe und Mathilde aufzeigt, wie die politisch wechselvolle Geschichte des Elsass in Familienschicksale hineinreichte. Während Marthe im Zweiten Weltkrieg als Witwe eines französischen Soldaten aus dem von Deutschen besetzten Elsass ausgewiesen wird, erlebte die deutschstämmige Mathilde im Ersten Weltkrieg Demütigungen und Denunziationen von französischer Seite. Die in den Jugendjahren gemachten Erfahrungen hat Mathilde im Lauf ihres Lebens und im Verhältnis zu Marthe nicht überwinden können, resümiert die Rezensentin. Der Autorin geht es weniger um "Alltagsgeschichtsschreibung", als darum Verständnis für die Großmütter zu entwickeln, so Fühner. Bedauerlicherweise spart sie allerdings das Verhalten Mathildes' 1939 aus, als das Elsass wieder unter deutsche Verwaltung gestellt wurde und damit bleibt ein "blinder Fleck" in dem ansonsten wichtige Fragen stellenden Buch zurück, schließt die Rezensentin.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…