Aus dem Englischen von Cornelia Röser. Hannah hat romantische Komödien, in denen ein Mann den Schlüssel zum Happy End einer Frau in der Hand hält, schon immer gehasst. Aber sie kann ihre Miete kaum noch bezahlen und die Wahl zwischen dem Zusammenleben mit einem Partner oder der eigenen, stets kritischen Mutter, ist nicht leicht. Als sie den wohlhabenden und von seiner eigenen Mutter geradezu besessenen Oscar kennenlernt, entschließt sie sich, ihm eine Chance zu geben. Schon bald ziehen die beiden in ein Cottage in der Nähe von Edinburgh. Doch es dauert nicht lange, bis die so schöne Fassade zu bröckeln beginnt. Denn Hannahs beste Freundin Kiera ist nicht begeistert davon, dass Hannah Sheffield für einen Typen verlassen hat. Und Hannah fragt sich, ob sie jetzt nicht die Art von Beziehung führt, für die sie andere immer verachtet hat.
Einen Beziehungsroman für unsere Zeit hat Jo Cheetham laut Rezensentin Marie-Luise Goldmann geschrieben. Er handelt von Hannah, einer Mittdreißigerin, die ihr selbstbestimmtes Leben aufgibt und sich mit Oscar zusammen tut, einem Mann, den sie nicht liebt, der ihr allerdings etwas bieten kann, was sie ansonsten nicht hat: finanzielle Sicherheit. Ein Tradwive-Roman also, aber nicht in der Form eines Sozial-Thrillers, erklärt Goldmann, auch taucht keine andere, konkurrierende Beziehungsoption auf. Stattdessen hat Cheetham eine moderne Romkom geschrieben, die allerdings komplett ohne Romanik auskommt, erklärt sie, und stattdessen die "Möglichkeiten und Grenzen von Intimität im 21. Jahrhundert auslotet", wenn Hannah das Tradwife-Leben als einen unter vielen möglichen Lebensentwürfen ausprobiert. Nüchtern, aber nicht zynisch ist das, freut sich Goldmann, viele wichtige Fragen zu Familie und Partnerschaft kommen aufs Tapet, ohne dass freilich irgendetwas thesenhaft ausformuliert werde. Schlichtweg ein großer Wurf, findet die Rezensentin.
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