"Die Deutschen und ihre Nachbarn"- unter diesem Titel geben Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker gemeinsam eine auf zwölf Bände angelegte Reihe heraus, die den Deutschen Politik, Gesellschaft und Kultur unserer europäischen Nachbarländer vorstellt. Was wir auf vielerlei Reisen in uns aufnehmen, das soll hier vertieft und dabei auch von mancherlei Vorurteilen befreit werden. Dabei steht nicht so sehr das lexikalische Grundwissen im Vordergrund, sondern die lebendige Anschauung der Lebensverhältnisse und der jeweiligen nationalen Besonderheiten - auch im Verhältnis zu Deutschland.
Die neue Buchreihe des Verlags C. H. Beck "Die Deutschen und ihre Nachbarn" hält der Rezensent Klaus Harprecht für "ein großes, ein notwendiges Projekt". Ein erstes Augenmerk legt er dabei auf den Bericht über die Schweiz, geschrieben von dem Literaten und Kritiker Iso Camartin. Dieser lege, als Rätoromane unparteiisch gegenüber den drei großen Sprachgruppen seines Landes, eine "fast zu taktvolle Zurückhaltung" in der Schilderung der Beziehungen zu Deutschland an den Tag, vor allem im Hinblick auf die NS-Diktatur. Seine Haltung sei "eine Liebeserklärung" und Aufforderung die Nachbarn jenseits aller Mythen und Klischees (neu) kennenzulernen. Der Rezensent vermisst jedoch eine Stellungnahme des Autors zur abwertenden Haltung vieler Deutschschweizer gegenüber der EU, die sich seiner Meinung nach in der Ablehnung des Hochdeutschen manifestiert.
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