Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich und Edward Badeen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2001
Die Logik der Erinnerung folgt den Gesetzen der Anarchie. Als ebenso wunderschön paradox und ungewöhnlich beurteilt Stefan Weidner Edwar al-Charrats poetische Erinnerungsarbeit in den neun Episoden der "Steine des Bobello". Wenn auch der Rezensent eine in die Vergangenheit gehende Fortschreibung des bereits auf Deutsch vorliegenden Erinnerungsbuches "Safranerde" andeutet, so vermeint er hier, eine noch tiefer schürfende, zersplittertere Arbeit vorliegen zu haben. Die nicht lineare Bearbeitung der Kindheitserinnerungen, die immer wieder weite Räume für erotische Fantasie zulasse, eröffne dem Leser Freiräume "zum selbständigen Weiterphantasieren". Die Lesefreude trübt auch nicht, "dass man gelegentlich nicht mehr durchblickt". Weidners ganz besonderes Lob gilt den Übersetzern Hartmut Fähndrich und Edward Badeen, denen es gelungen sei, die sich bis in die Syntax fortsetzende Anarchie der Gedanken meisterhaft zu übertragen. Dass der Rezensent mit Lust öfter im Buch "hin und her-, vor- und zurückgeblättert" hat, nimmt man ihm nach einer solchen Rezension gerne ab.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…