Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.02.2002
Die Erzählungen des 1963 geborenen slowenischen Schriftstellers Andrej Blatnik versprechen nichts Gutes, behauptet Ilma Rakusa. Durchweg stehe an ihrem Ende ein düsteres Fazit. Und zwar, dass die Menschen einander einfach nicht verstehen und am Ende ihrer Begegnungen mit den anderen hilflos und einsam zurückbleiben. Und dann wirken Blatniks Protagonisten auch noch, schreibt Rakusa, "wie ferngesteuert", was den Geschichten die Tragik nehme, dafür aber eine seltsame Spannung und eine mitunter geheimnisvolle Aura erzeuge. Literarisch sieht die Rezensentin sich an Raymond Carvers Erzählband "What we talk about when we talk about" erinnert, filmisch an Robert Altmans "Short Cuts" und die Nouvelle Vague. Das hält Rakusa zwar für hochgesteckt, aber, auch wenn Blatnik dem Vergleich nicht durchweg standhalte, berechtigt. Denn Rakusa ist überzeugt, dass dieser Autor "als Protokollant zwischenmenschlicher Entfremdung" noch viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…