Der Band wendet sich einer Personengruppe zu, die lange diskriminiert und von der historischen Forschung vernachlässigt wurde: den Kindern aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder ZwangsarbeiterIinnen. Das Buch und eine begleitende Ausstellung erzählen erstmals ihre Geschichten und beleuchten die historischen Hintergründe.
Es gab Kinder deutscher Frauen von französischen, russischen oder polnischen Kriegsgefangenen und Kinder polnischer oder russischer Zwangsarbeiterinnen von deutschen Vätern. Einige dieser Kinder leben noch, haben oft jahrzehntelang gelitten, kannten einen ihrer Elternteile nicht. Diesem Thema widmet sich dies Buch des Projekts "trotzdem da" - und Knut Henkel hat es mit Gewinn gelesen. Viele der Informationen des Buchs waren bisher nicht bekannt. Bei rund 35 Millionen Kriegsgefangenen und 8,5 Millionen ausländischen Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen im Deutschen Reich blieben Kontakte nicht aus:Zehntausende Kinder, so Henkel, kamen in grauenhafte Kinderheime: "Mindestens 50.000 Kinder haben diese Heime nicht überlebt, so Schätzungen." Zeit, dass dieses bisher vernachlässigte Thema aufgearbeitet wird, so der Rezensent, der auch auf die mit dem Buch verbundene Wanderausstellung verweist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.01.2026
Rezensent Ludger Heid findet in dem von Andreas Ehresmann und Lucy Debus verfassten Begleitband zu einer Wanderausstellung Belege für die vielfältigen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiterinnen rund um das Kriegsgefangenenlager "Stalag X B". Das Schweigen über die sogenannten "Schattenkinder" brechen Buch und Ausstellung laut Heid in Form einer Visualisierung von bis heute stigmatisierten Lebensgeschichten. Staunend stellt Heid fest, dass es immer noch Kinder aus der Zeit von 1939-1945 gibt, die über ihre "verbotene" Herkunft nichts wissen.
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